SGV: Der So-geht's-Verlag

Mittwoch, 24. April 2019

SGV: Der So-geht's-Verlag

Leseprobe zu "Der heilige Luigi Scrosoppi"

Zu Beginn ...

Einen Schutzpatron der Fußballer hat es bis ins Jahr 2010 nicht gegeben. An viele Heilige richteten Kicker, Stadienbesucher und Fußballfans ihre Wünsche und Gebete. Aber den einen, an den man sich mit seinen Wünschen wenden konnte, gab es nicht. Warum eigentlich nicht?

Schutzpatron der Autofahrer ist der heilige Christophorus. Wer etwas verlegt hat, bittet den heiligen Antonius um Hilfe. Doch für Fußballer und Fans ist der Elfmeter, das rettende Tor, der entscheidende Spielzug mindestens genauso wichtig wie die „gute Fahrt“ oder das Wiederfinden eines verloren geglaubten Gegenstands.

Nun gibt es ihn, den Schutzpatron der Fußballer und Fußballerinnen. Es ist der heilige Luigi Scrosoppi. Besonders ist, dass er im Weltmeisterschaftsjahr 2010 „gefunden“ wurde. Besonders ist auch, dass das „Finden“ des Heiligen nicht nur eine Geschichte ist, die mit der einfachen Idee eines Privatmenschen begann, sondern auch ein ganz und gar spannendes Fußballabenteuer. Und - auch das bereits eine kleine Sensation - das die richtigen Menschen zu richtigen Zeit am rechten Platz waren und sich all das im Jahr einer Fußballweltmeisterschaft fügte.

 

Luigi Scrosoppi: Wer ist dieser Mann?

Wer ist nun der Mensch hinter dem Fußballheiligen? Bekannt ist er (noch) nicht. Aber es ist einer, der passt.

Luigi Scrosoppi setzt sich für die Schwächsten der Gesellschaft ein und kümmert sich vor allem um die Kinder. Er arbeitet in einem Waisenhaus, gründet ein Heim für taubstumme Mädchen, sorgt für die Ärmsten und Kränksten in den Hospitälern. Luigi lässt sich im Lauf seines Lebens auch durch Verbote nicht abhalten. Er weiß, was er will, und widmet sein Leben der Jugend. Er versteht, dass frühe Förderung den Grundstein für ein würdiges Leben legt. Und er gewinnt Menschen aus unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten für den Glauben und die Förderung der Schwächsten.

 

Ein Heiliger wird gefunden - eine Fußballgeschichte

Manfred Pesek ist Fußballfan. Er lebt am Wörthersee und ist geschäftlich viel unterwegs. Auch wenn er auf Reisen ist, sitzt er oft in Fußballstadien. Und er lässt sich in einem Bereich keine wichtigen Dinge entgehen: im internationalen Fußball!

Im Weltmeisterschaftsjahr 2010 macht der begeisterte Fußballfan im Rahmen eines Tourismusprojektes eine Exkursion an die Amalfische Küste und besichtigt dabei auch den Dom von Neapel. Dort steht die Statue des Schutzpatrons von Neapel, San Gennaro, der im Jahr 305 n. Chr. als Märtyrer starb. Dort werden die Gebeine des Heiligen und eine Ampulle mit seinem getrockneten Blut aufbewahrt. Und dort findet dreimal jährlich das sogenannte Blutwunder des San Gennaro statt, durch das der Heilige weltweite Berühmtheit erlangt hat.

Noch am Tag der Besichtigung fliegt Pesek nach Udine/Triest, um von dort an den Wörthersee zurückzukehren. Ein sehr nachdenklicher Mensch sitzt im Flugzeug. Kurz nach dem Start in Neapel überfliegt er das große Fußballstadion des Serie-A-Clubs SSC Neapel. Noch ganz beeindruckt von den Erlebnissen des Tages, schaut Pesek aus der Höhe auf das Stadion hinab. Und plötzlich ist da die Frage: Gibt es eigentlich einen Schutzpatron für Fußballspieler?

Zurück am Wörthersee beginnt die Suche. Manfred Pesek startet seine Recherche beim ortsansässigen Pfarrer. Niemand kann ihm einen Schutzpatron für Fußballer nennen. Doch jeder ist überrascht, dass es anscheinend noch keinen gibt. Pesek bleibt am Ball ...